Freispruch

Ja, auch PAGies müssen manchmal vor Gericht erscheinen. Politisch aktive Menschen kommen in Deutschland eben schnell mit dem Gesetz in Konflikt. Hoffen wir, dass es jedesmal so gut ausgeht wie am 06. Dezember in Waren an der Müritz.
Zur Vorgeschichte: Im Juli 2010 fanden sich einige GentechnikgegnerInnen zu einer öffentlich angekündigten Feldbefreiung im Zempow ein. Dort baute die BASF ihre Genkartoffel Amflora an um so Saatgut zu produzieren. Dabei konnte auch die anwesende Polizei nicht verhindern, dass die GentechnikgegnerInnen aufs Feld gelangten und einzelne Kartoffelpflanzen herausrissen um sie in die zahlreich vorhandenen Kameras der Presse zu halten.
Die Aktion war nur ein Teil eines bunten Widerstandes der insgesamt dazu führte, dass der örtliche Landwirt keine Lust mehr auf den Anbau von Genkartoffeln hat und die BASF trotz Zulassung auch sonst keine Landwirte findet, die mit ihr kooperieren wollen. Und auch eine Stärkefabrik für die Verarbeitung der Amflora konnte bisher nicht gefunden werden. Eine Erfolgsgeschichte des Widerstandes!
Das passt weder dem Staat noch der BASF. Deswegen nun also das Gerichtsverfahren.
Doch vor Gericht wurde ganz schnell festgestellt, dass der Kartoffelacker nicht umzäunt war, somit ein Tatbestandsmerkmal für einen Hausfriedensbruch fehlt. Den AktivistInnen wegen wenigen Euro für die paar ausgerissenen Kartoffelpflanzen Sachbeschädigung vorzuwerfen war selbst der Staatsanwaltschaft zu blöd und Diebstahl war es auch nicht, denn die Kartoffeln verblieben ja auf dem Feld. Und somit kam als Urteil nur noch ein Freispruch in Frage.

Artikel auf www.keine-gentechnik.de
Ostseezeitung
NDR
Nordkurier
t-online


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