Archiv für Dezember 2011

Kein WillCommons-Club im Dezember

Liebe PaG-Familie, -Verwandte, -Bekannte und -Interessierte,

der im Herbst gestartete monatliche PaG-Willcommonsclub ist fraglos ein Erfolgsmodell. Auf den ersten drei Treffen wurden wichtige Kontakte hergestellt, geheime Informationen weitergereicht, Meinungen gebündelt, um große Entscheidungen vorzubereiten, usw. Mit einem Wort: ein richtiger Hinterzimmer-Spaß.
Bewusst gibt es weder ein vorbereitetes Thema noch eine große Runde. Und der Termin ist immer wieder eine Überraschungstüte: mensch weiß nicht, auf wen ersie trifft. Kann sein, dass mensch unversehens in ein Biertischgespräch mit dem Lieblingsfeind/ der Lieblingsfeindin verwickelt wird.
So weit, so vielversprechend. Und jetzt kommt die schlechte Nachricht: Freitag, den 30. Dezember, treffen wir uns nicht. Da macht der Club Jahresend-Pause. Aber im neuen Jahr geht es weiter. Und zwar am Freitag, dem 27. Januar. Wir erinnern dann noch einmal.

Viele Grüße
und beste Wünsche für den Jahreswechsel
Gruppe Ruhm&Reichtum der PaG

Alles Hippies auf dem Karlshof

In einer Buch-Rezension der taz vom 10.12.2011 findet sich folgender schöner Satz: „Pragmatische Ingenieure, die für Kleinstädte eine autarke Energieversorgung organisieren werden mit eben soviel Empathie vorgestellt wie Hippies, die ihre Brandenburger Kartoffeln an Berliner verschenken.“
Mehr steht in dem Artikel nicht über den Karlshof, aber vielleicht findet sich ja etwas in dem Buch:
Annette Jensen: „Wir steigern das Bruttosozialglück. Von Menschen, die anders wirtschaften und besser leben“
Herder Verlag, Freiburg 2011, 240 Seiten, 15,40 Euro

Interview Arbeitskreis Lokale Ökonomie

In der taz findet sich ein lesenswertes Interview mit zwei Aktiven im Hamburger Arbeitskreis Lokale Ökonomie. Darin findet auch der Karlshof eine Erwähnung. Meine Schlussfolgerung daraus: Schafft mehr Karlshöfe! Doch lest selbst: taz

Castor-Impressionen

Schienenblockade Harlingen 2011
cc-by-nd

Einen altgedienten Castor-Blockierer überrascht das Wendland nicht so schnell, aber das Erlebte ist doch immer wieder beeindruckend.
Da ist zu Beispiel diese unglaubliche Infrastruktur zur Unterstützung des Widerstandes: diverse Camps, unzählige Infopunkte, eigenes Radio, Castorticker, überall leckes Essen und heiße Getränke, EA + LegalTeam, überall gibt es Demosanis, Musik live oder aus fetten Boxen usw..
Einzigartig ist es in Deutschland auch, dass tausende so einen entschlossenen Widerstand leisten. Im Wendland ist es in der Castor-Zeit einfach üblich den Anweisungen der Polizei nicht Folge zu leisten. Und das mögen PolizistInnen gar nicht. Immer wieder erstaunlich, wie entrüstet PolizistInnen sind, wenn ihre Befehle keine Wirkung zeigen. Es ist auch bemerkenswert, dass es für tausende selbstverständlich ist, Gesetze zu übertreten. Da wird blockiert und sabotiert und das mit einem Selbstbewußtsein vertreten, dass genau das einfach notwendig und richtig ist. Wenn ich so etwas auch mal woanders in Deutschland erleben könnte.
Beeindruckend ist es aber auch immer wieder die geballte Staatsmacht zu erleben. Über 20.000 PolizistInnen haben diesen Atommülltransport durchgesetzt. Auf der Wiese bei Laase wurden z.B. 10 Wasserwerfer gleichzeitig aufgefahren um die dortigen DemonstrantInnen von der Transportstrecke fernzuhalten. Und es ist manchmal auch gar nicht leicht auszuhalten, über mehrere Tage dieser Armada ausgesetzt zu sein, mit ihrer ständig allgegenwärtigen Gewaltdrohung, die im Wendland auch oft in die Tat umgesetzt wird. Zum einen macht mich diese Konfrontation manchmal hilflos und wütend, z.B. wenn ich nichts dagegen tun kann das all meine Sachen durchsucht werden und die Diskussionen mit den PolizistInnen überhaupt nicht fruchten. Aber manchmal freue ich mich auch darüber, wie sehr wir diesen Staat an dieser Stelle an seinen Grenzen bringen und ihn dazu zwingen alles aufzubieten was er hat und wir trotzdem noch so erfolgreich agieren können. Denn es macht deutlich, was durch einen entschlossenen unbewaffneten Massenwiderstand erreicht werden könnte.
Wer nicht im Wendland war und trotzdem einen Eindruck bekommen möchte, dem empfehle ich die kurzen Videos von http://www.graswurzel.tv/.

Solidaritätsbekundung für den Jugendtreff DOSTO

dosto

Eine demokratische Gesellschaft lebt von und durch die Auseinandersetzungen, die in ihr geführt werden. Nur engagierte Diskussionen und Einmischung aller gesellschaftlichen Kräfte ermöglichen eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. Uns liegt, genau wie dem biF eV., eine gerechte, gleichberechtigte Gestaltung der Gesellschaft am Herzen.
Nun ist der biF e.V und der durch ihn geführte Jugendtreff Dosto aber nicht durch seine gute Arbeit in den Schlagzeilen, sondern muss sich gegen eine Kampagne durch den Kommunalpolitiker Peter Vida wehren.
Wir haben die Vorwürfe und sein Vorgehen aufmerksam verfolgt und können nur feststellen, dass hier durch die Tagespresse und durch Herrn Vida in den Gremien der Kommunalpolitik haltlose und völlig unbewiesenen Vorwürfe immer wieder wiederholt wurden.
Der daraus entstande Imageschaden ist nur schwer wieder gutzumachen.
Die Gleichsetzung der verschiedenen Gruppen, Initiativen und UnterstützerInnen ist nicht zulässig. Nur, weil inhaltliche Positionen einander ähneln und auf einige Gemeinsamkeiten hingewiesen wird, kann und darf nicht auf eine Gleichsetzung oder gar gegenseitige Verantwortung geschlossen werden. Eine „Sippenhaft“ durch eine pure Verlinkung ist weder rechtlich noch politisch tragbar.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier mittels polemischer Verleumdung ein engagiertes und zugegebenermaßen eventuell auch unbequemes Projekt diffamiert werden soll.
Engagiert, streitbar und aktiv, mitmischend und mitentwickelnd für eine gerechtere und gleichberechtigte Gesellschaft, das ist der biF e.V. und seine Mitglieder. Das ist nicht immer bequem und das entspricht sicherlich nicht immer den Vorstellungen konservativer PolitikerInnen. Der BiF e.V. hat jedoch niemals die gesellschaftlichen Regeln und Richtlinien überschritten. .
Selbiges sollte doch auch von den Streitpartnern zu erwarten sein!
Aber eine gesellschaftliche Diskussion, die uns insgesamt weiter voranbringt bei der Bewältigung der lokalen und globalen Aufgaben findet durch diese polemische Diffamierung und durch diese haltlosen Vorwürfe sicher nicht statt. Solche absurden Vorwürfe gefährden gesellschaftliches Engagement. Das kann doch nicht im Sinne eines demokratischen Parteivertreters sein?!
Wir unterstützen die Arbeit des biF e.V. und fordern eine Entschuldigung durch Herrn Vida beim Verein.

Wukania Projektehof
www.wukania.de