Nicht-kommerzielle Naturheilpraxis ?

Wir wollen euch auf ein neues Projekt oder Experiment des „nicht-kommerziellen Lebens“ aufmerksam machen, das gerade entsteht.

DER HINTERGRUND
Die allgemeine Kritik an dem globalen kapitalistischen Gesamtsystem mit seinen vielfältigen Facetten und Spielarten schlägt sich gegenwärtig in zahlreichen Mini-Versuchen nieder, gegen Markt und Staat, Elemente eines eigenständigen Lebens zu entwickeln.
Im Umkreis der PAG (Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit) haben sich in der Nähe von Berlin zwei praktische Versuche in den letzten Jahren entwickelt, die trotz einiger Probleme und Krisen weiter existieren wollen:
• das NKL-Kartoffel/ Brot-Projekt auf dem Karlshof (Nähe Templin/ Landkreis Uckermark)
• und die Wukania Lernwerkstatt/ Sissi – Sommerinfrastruktur in Wukania (Biesenthal/ Landkreis Barnim)
Zur Reflexion der Praxis von nicht-kommerziellen Projekten und zum Anstoß von Neuem treffen sich viele Aktive seit zwei Jahren etwa halbjährlich. Hier entstand der Wunsch, das Kürzel NKL (für „nicht-kommerzielle Landwirtschaft“) auf „nicht-kommerzielles Leben“ auszuweiten und mit praktischen Versuchen zu füllen.

DER INHALT
Das neue Projekt entstand aus einer Idee von Heilpraktiker_innen, das hoch kommerzielle Apparate-Gesundheitssystem nicht lediglich zu kritisieren, sondern mit kleinen Schritten in eine andere Richtung zu gehen. Es existieren in Deutschland bereits zahlreiche Konzepte und Praxen, eine „Alternativ-Medizin“ zu entwickeln, in Diagnose und Therapie ganzheitlich zu arbeiten und Krankheit als Anstoß für Veränderungen der „Patient_innen“ zu sehen. Da das öffentliche Krankenversicherungssystem aber fast ausschließlich die Apparate–
Medizin unterstützt, können sich diese alternativen Ansätze fast ausschließlich Menschen leisten, die in der Lage sind, diese Leistungen privat zu bezahlen.

DIE IDEE
Ein Experiment mit NK-Charakter will versuchen, das ganz praktisch zu verändern. Es wird initiiert von einer Heil-Praxis, die mit den bisherigen Versuchen, Menschen mit wenig Geld kostengünstiger, nach Selbsteinschätzung oder mit Tauschvereinbarungen zu behandeln, unzufrieden ist. Die Diskrepanz zwischen dem Wunsch, Menschen unabhängig vom Einkommen zu behandeln und der Notwendigkeit den eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu müssen ist bisweilen groß. Ausgehend von diesen Erfahrungen soll jetzt etwas Neues ausprobiert
werden:
Ziel der Neuköllner Heil-Praxis ist die bedarfsorientierte Behandlung ( v.a. mit chinesischer und osteopathischer Medizin) aller Menschen unabhängig von ihren ökonomischen Hintergründen. Um das zu erreichen soll versucht werden, die Finanzierung der Behandlungen (und allem was daran hängt – Lebensunterhalt, Betriebskosten) weg von einem Pro Mal -Bezahlsystem durch die Patient_innen hin zur
Gestaltung eines vielschichtigen Finanzierungsmodells zu bringen.

DER PLAN
Den ersten konkreten Schritt wollen die Praktikerinnen noch in diesem Jahr mit ihren Patient_innen beginnen. Die Praxis bietet eine Behandlungsvereinbarung an, in der sie mit den Patient_innen einen festen – selbst gewählten – monatlichen Betrag vereinbaren.
Das bietet den Patient_innen die Möglichkeit, sich mit all ihren Beschwerden naturheilkundlich behandeln zu lassen, ohne sich vor den Kosten zu fürchten. Den Praktikerinnen bietet es eine gewisse Sicherheit ihres festen monatlichen Einkommens. In dieser Phase kann herausgefunden werden, ob solch eine Art der Finanzierung wenigstens den notwendigen Anteil an den Grundkosten der Praxis trägt und ein sinnvoller Betrag zur Finanzierung der Behandlerinnen übrig bleibt. Was aber, wenn diese Finanzierung nicht ausreicht, weil sich nur sehr wenige oder nur Leute mit sehr geringen Beträgen beteiligen und dennoch hoher Behandlungsbedarf besteht?

DER ANSCHUB
Wir als Unterstützer_innen haben vorgeschlagen, uns um eine „Anschub-Finanzierung“ zu kümmern: Wir denken an eine Summe für das erste Jahr, die sich aus vielen kleinen Beiträgen von euch und euren Bekannten zusammen setzt. Wenn das Geld nicht verbraucht wird, können weitere Öffnungsschritte schneller ausprobiert werden. Erste Geld-Zusagen liegen schon vor. Die gesammelten Rückmeldungen und Erfahrungen werden in einer kleineren Beratungsgruppe und im Rahmen des NK-Seminars ausgewertet. Geplant ist, einen
Unterstützungskreis zu bilden, der sich aktiv an den weiteren Schritten in Richtung einer nicht-kommerziellen Praxisgemeinschaft beteiligt.
Als spätere Schritte sind angedacht:
• Öffnung für weitere Freund_innen und Bekannte im engeren Umkreis (Flyer)
• Öffnung in den Kiez (Flugblatt im Umkreis der Praxis: Einladung zu einem „Tag der Offenen Praxis-Tür“)
• Öffnung für Gesundheits – Interessierte, Kolleg_innen – z.B. durch Einladung zu Gesprächsrunden in der Praxis
• Öffnung durch „öffentliche Veranstaltungen“, auch, um die Kritik an dem bestehenden Gesundheitssystem zu thematisieren

Falls euch das hier einleuchtet: meldet euch, schreibt, überweist …

KONTAKT ZUR PRAXIS:
friedelpraxis@gmx.de
Lisa: 030-21804398
Sabine: 030-42027404

KONTOVERBINDUNG:
Rückenwind e.V.
Kontonummer: 7037827007
Bankleitzahl: 10090000
Berliner Volksbank
Stichwort: Praxis


1 Antwort auf „Nicht-kommerzielle Naturheilpraxis ?“


  1. 1 nk-Praxis mit neuem Flyer « gegenseitig Pingback am 04. Dezember 2013 um 13:41 Uhr

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