Mainstreams, Privilegien und Ausschlüsse in linken Gruppen

- Gedanken zur Moderation -

Wer schreibt und warum?

Wir Schreiber*innen sind drei Menschen, die in unterschiedlichen Zusammenhängen aktiv sind und sich mit Gruppendynamik, Moderation und Enscheidungsfindung beschäftigen. Im März 2013 haben wir an einem Kurs in Wales teilgenommen, der von drei britischen Trainings-Kollektiven organisiert wurde und bei dem es unter dem Titel “Facilitating Change” (etwa: “Moderation für soziale Veränderung” wobei „facilitating“ schwer übersetzbar ist) darum ging, wie wir Gruppen unterstützen können, nachhaltigere und langfristig erfolgreiche Gruppen- und Entscheidungsprozesse zu haben. Der einwöchige Kurs war sehr erfahrungs-zentriert, kaum theoretisch, vielmehr ging es von Anfang an darum, konkret Ausschluss-Mechanismen und Machtverhältnisse innerhalb der Gruppe der Teilnehmenden zu benennen und sich damit auseinanderzusetzen und so aus der Praxis zu lernen – mit vielen Aufs und Abs, intensiven Momenten, Tränen und Wut, vielen Diskussionen und individuell verschiedenen Aha-Erlebnissen. (mehr..)


1 Antwort auf „Mainstreams, Privilegien und Ausschlüsse in linken Gruppen“


  1. 1 naschi 18. Oktober 2013 um 10:14 Uhr

    Ein paar Gedanken von einem der auch ab und zu mal moderiert:
    - Als Moderator verstehe ich mich als jemand der die Gruppe unterstützt dabei sich zu einem Thema auszutauschen und wenn gewünscht auch zu Ergebnissen zu kommen. Ich versuche dabei einen hilfreichen Rahmen mit passenden Methoden zur Verfügung zu stellen. Ich fände es vollkommen unpassend und auch anmaßend, der Gruppe zu erzählen, wer in ihr priviligiert ist.
    - Wenn es um die Dynamik in einer Gruppe geht, um die Macht- und Domminanzstrukturen in ihr, um die Rollenverteillung, dann verlasse ich die Rolle des Moderators. Dann bin ich Trainer oder Supervisor oder ähnliches. Dann würde ich mir dafür auch das Mandat durch die Gruppe geben lassen. Und auch dann würde ich nicht der Gruppe erzählen wie sie tickt und wer wen unterbuttert, sondern mit entsprechenden Methoden den Raum dafür öffnen, dass die Gruppe selber ihre Struktur und Dynamik skizziert und diskutiert.
    - Ganz besonders sensibel würde ich mit folgendem umgehen. Ihr schreibt: „Es geht darum, Unterdrückungsverhältnisse für Privilegierte erfahrbar zu machen, damit sich der Kampf dagegen emotional und körperlich einschreibt.“ Entsprechende Methoden sind für mich eine sensible Gratwanderung. Die Gefahr Menschen damit zu manipulieren und im blödesten Fall zu traumatisieren bzw. entsprechende Traumatas wieder nach oben zu holen, sind hier groß. Am beeindruckensten finde ich hier die Methode „Blue Eyed“. Aber selbst anwenden könnte ich sie nicht.

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