Archiv für Oktober 2013

Einladung zum letzten Bautag der Saison auf‘m aller_Dings

Hier kommt unsere letzte Einladung zu einem Bautag in diesem Jahr.
Gleich vorweg: wir halten den ursprünglich geplanten Termin nicht, sondern verschieben auf Freitag, den 01.11.2013!
Da wir eine 1-2-Tages-Buddelaction machen wollen, könnt ihr gerne auch noch am Samstag vorbei schauen. Es geht diesmal um die Wasserwegleitung des Regens vom Vorderhaus in den Garten. Kurz: Drainagerohr verlegen. (mehr…)

Anonym im Netz mit Tor

Auf dem Opensource-Wochenende in Wukania ging es um ganz verscheidene Themen. In loser Reihe sollt ihr hier einen kurzen Endruck bekommen und auf interessante Projekte freier Software hingewiesen werden. (Teil 2)

Immer wenn ihr eine Webseite irgendwo im Internet besucht, dann kann die Betreiberin der Seite nachvollziehen wer ihr seit. Auch können sich unterwegs z.B. Geheimdienste in die Kommunikation einschalten und bekommen die selben Informationen. Um anonym im Netz surfen zu können gibt es Tor. Dabei wird die Kommunikation über mehrere Tor-Server geleitet, so dass am Ende unklar ist, wer auf die Webseite eigentlich zugreift. Am besten benutzt ihr den Tor-Browser, einen angepassten Firefox. Einfach runterladen und loslegen. Noch vor ein paar Jahren fand ich Tor zu langsam, es gab einfach zu wenig Tor-Server im Netz, aber inzwischen bin ich über die Geschwindigkeit überrascht. Natürlich ist das alles freie Software.
Mehr erfahrt ihr bei wikipedia oder auf englisch direkt beim Tor-Projekt.

Es läuft doch eigentlich ganz gut…

Die AGBeratung (AGB) veröffentlich regelmäßig eine Kolumne in der CONTRASTE. Hier die Nummer 3:

Ja, auch Projektgruppen, Hausgemeinschaften, Kollektivbetriebe oder Kommunen können unvermittelt in eine Midlifecrisis geraten. Und mehr noch, mit ihr sogar chronisch leben lernen. Besonders gerne in langlebigen und langjährigen Gemeinschaften schleicht sich gelegentlich der ‚Wurm‘ ein. Es wabert dann nicht nur zeitweilig schlechte Stimmung durch das Projekt, sondern anhaltende Unzufriedenheit Einzelner und eine gewisse Resignation. Nicht selten hat sich u.a. stillschweigend eine eingeschliffene Rollen- und Arbeitsverteilung niedergelassen zwischen den ‚Mutigen‘, den ‚Eifrigen‘, den ‚Stillen‘, den ‚Nach-außen-orientierten‘, den ‚Vorsichtigen‘, den politisch Anspruchsvollen, den Sorgfältigen, den Pragmatischen, usw. . Und es gibt sogar einige Gruppenmitglieder, die schon längere Zeit kaum, ungern oder überhaupt nicht mehr miteinander sprechen wollen oder können. (mehr…)

40 Jahre Longo maï

„Longo maï“ heißt auf provenzalisch so viel wie „Lang möge es dauern“ und tatsächlich, das Netzwerk europäischer Kooperativen wird 40 Jahre alt. Das ist Anlaß einer Ausstellung, begleitet von zahlreichen Veranstaltungen, die jetzt in Basel gezeigt wird, um dann auf Tournee durch die Schweiz zu gehen. Im Herbst 2014 soll die Ausstellung in Berlin gezeigt werden.
40 Jahre sind schon eine beiendruckend lange Zeit. Der Ulenkrug in Mecklenburg/Vorpommern, auf dem ich zur Zeit verweile, ist die einzige Longo maï-Kooperative in Deutschland. Hier kann mensch einige der GründerInnengeneration treffen und mit ihnen über die Anfänge und die Entwicklungen in dieser langen Zeit sprechen. Beim Lesen im Ausstellungskatallog stelle ich immer wieder den Vergleich zur PAG an. Irgendwie alles anders und doch auch vieles gleich. Schön wäre es, aus diesen 40 Jahren, Sachen lernen zu können, für die eigene Praxis, aber wenn mensch zu erfahren versucht, warum es z.B. gelungen ist, Longo maï so lange lebendig zu erhalten, dann gibt es dafür überhaupt keine einfachen Antworten.
Besonders beeindruckend an Longo maï finde ich vor allem, welchen selbstverständlichen Platz das politische Engagement neben der alltäglichen Arbeit auf den Höfen hat. Das ist für mich ein grosses Vorbild. Und zum anderen finde ich es faszinierend, wie lebendig der Austausch zwischen den verschiedenen Kooperativen trotz der weiten Wege ist. Völlig normal ist es zu den anderen Kooperativen zu reisen um dort mit den anderen zu arbeiten und zu diskutieren und zu feiern. Auch das sollte sich die PAG von Longo maï unbedingt abschauen.

Mainstreams, Privilegien und Ausschlüsse in linken Gruppen

- Gedanken zur Moderation -

Wer schreibt und warum?

Wir Schreiber*innen sind drei Menschen, die in unterschiedlichen Zusammenhängen aktiv sind und sich mit Gruppendynamik, Moderation und Enscheidungsfindung beschäftigen. Im März 2013 haben wir an einem Kurs in Wales teilgenommen, der von drei britischen Trainings-Kollektiven organisiert wurde und bei dem es unter dem Titel “Facilitating Change” (etwa: “Moderation für soziale Veränderung” wobei „facilitating“ schwer übersetzbar ist) darum ging, wie wir Gruppen unterstützen können, nachhaltigere und langfristig erfolgreiche Gruppen- und Entscheidungsprozesse zu haben. Der einwöchige Kurs war sehr erfahrungs-zentriert, kaum theoretisch, vielmehr ging es von Anfang an darum, konkret Ausschluss-Mechanismen und Machtverhältnisse innerhalb der Gruppe der Teilnehmenden zu benennen und sich damit auseinanderzusetzen und so aus der Praxis zu lernen – mit vielen Aufs und Abs, intensiven Momenten, Tränen und Wut, vielen Diskussionen und individuell verschiedenen Aha-Erlebnissen. (mehr..)