Nazis ärgern – Tanzblockade – 8. Mai Demmin

Nazis ärgern – Tanzblockade – 8. Mai Demmin

Am Ende des 2. Weltkrieges, direkt nach dem Einmarsch der Roten Armee, kam es zu hunderten Selbstmorden der deutschen Bevölkerung in Demmin. Jedes Jahr am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, ziehen mehrere hundert Nazis mit einem Fackelmarsch durch die Kleinstadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern, um den „deutschen Opfern“ zu gedenken und ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten.
Vom 7.-9. Mai 2015 finden zahlreiche Gegenveranstaltungen in Demmin statt: Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Demonstrationen und Blockaden.
Wir wollen mit einer Tanzblockade unseren Beitrag leisten. Alle sind eingeladen sich tanzend dem braunen Spuk entgegenzustellen.

Flyer Tanzblockade 8. Mai 2015 Demmin

Swing gegen Rechts

Unsere Musik wird bunt und vielfältig sein. Ein Element dabei: Swing-Musik und Swing-Tanz.
Bei den Nazis galt Swing als „entartete Musik“, als „künstlerische Zuchtlosigkeit“ und „Verlotterung und Verschlampung im musikalischen Ausdruck“. Die Rede war auch von „unanständigen Tanzformen“, “Negermusik“ und einem „politischem Kampfmittel der Juden“.
Swing-Musik entstand in den 20er und 30er-Jahren in den USA. Vor allem Afroamerikaner_innen entwickelten den Swing aus vorangegangen Stilrichtungen des Jazz. Die ursprüngliche Variante des Swing-Tanzes stammt aus dem Tanztempel Savoy Ballroom in Harlem (New York). Es war der erste Tanzsaal, in dem sich trotz Rassentrennung Schwarze und Weiße zum Tanzen treffen konnten.
Auch im Deutschland der 30er Jahre wurde Swing sehr populär. Aber schon 1932 wurde von der Reichsregierung unter Franz von Papen (später Vizekanzler unter Hitler) ein Auftrittsverbot für schwarze Musiker veranlasst und 1935 vom Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky das „endgültige Verbot des Niggerjazz für den ganzen deutschen Rundfunk“ erlassen. Trotzdem wurde weiter Swing-Musik gespielt, gehört und dazu getanzt. So entstand die Swing-Jugend, eine oppositionelle Jugendkultur in vielen deutschen Großstädten, die sich oft erst mal nur gegen Uniformierung und militärischen Drill in der Hitlerjugend wendete.
Am 18. August 1941 wurden bei der „Sofort-Aktion gegen die Swing-Jugend“ über 300 Mitglieder der Swing-Jugend verhaftet. Die Repression reichte vom Abschneiden langer Haare über Schutzhaft und Schulverweise bis zur Verhaftung angeblicher Rädelsführer und deren Deportation in Konzentrationslager. Nach der Verhaftungswelle begannen einige Swing-Jugendliche den Nationalsozialismus auch politisch zu bekämpfen. Sie verteilten regimekritische Flugblätter und es gab Kontakte zur „Weissen Rose“ und zu den „Edelweisspiraten“.
An diese Geschichte wollen wir mit unserer (Swing-)Tanzblockade anknüpfen.

Mehr Informationen zu den Aktionen in Demmin:
http://demminnazifrei.blogsport.de/

Busse ab Berlin:
https://kaffeefahrten.wordpress.com/

Kontakt: swing-gegen-nazis@mail36.net


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