WIR WOLLEN MEHR WERDEN

(english-version follows)

Verehrte Karla*hof-Interessierte, liebe Widerspenstige, hallo Gemeinschaft-Suchende,

nach wie vor liegt der Karla*hof in den Weiten der Uckermark, umgeben von Feldern, Wald und Wiesen, holprigen Schotterwegen und duftenden Biogas- und Schweinemastanlagen. Und noch immer ereignet sich hier das Experiment einer nicht-kommerziellen Landwirtschaft. Nichtsdestoweniger hat sich in den letzten drei Jahren einiges verändert.
Nachdem sich die Lokomotive-Karlshof-Gruppe aufgelöst und den Hof verlassen hatte, sind wir im April 2013 als lose zusammengewürfelter Haufen mit der Idee aufgeschlagen, den Hof als Initiativen-Hof zu gestalten. Das heißt konkret: Verschiedene Initiativen kümmern sich selbstständig um Teile des Anbaus, tragen gemeinschaftlich in einer Vollversammlung die Verantwortung für den Hof und sorgen für die Infrastruktur. Zur Zeit gibt es die Getreide-Ini, Garten-Ini, Kartoffel-Ini und eine Kräuter-Ini in Gründung. Was noch fehlt zu unserem absoluten Glück wäre eine Bau-Ini ;-) . Erfreulich wären auch eine Tischlerei-Ini, Schlosserei-Ini, Bienen-Ini, Pferde-Ini, Theater-Ini, Verarbeitungs-Ini oder, oder, oder… also Raum für Ideen gibt es viele.
Drei Jahre und einige Gruppenwerdungsprozesse später haben wir im März die Entscheidung getroffen unbefristet den Hof zu beleben, für seine Erhaltung Verantwortung zu übernehmen und ihn weiterhin als Initiativen-Hof zu gestalten. Und jetzt sind wir soweit die Welt wissen zu lassen, dass wir mehr werden wollen. Wir suchen Leute – vielleicht Dich? – die Lust haben, mit uns auf dem Karla*hof zu leben, Teil der Vollversammlung zu werden oder eine Initiative zu verstärken oder zu gründen.
Auf was würde sich mensch hier einlassen…? Uns verbindet, dass der Hof ein Ort für nicht-kommerzielle Projekte ist. Nicht-Kommerzialität verstehen wir als bedarfs- und bedürfnisorientierte Produktion im Gegensatz zur kapitalistischen Profitorientierung. Sie bewegt sich zwischen Subsistenz und der Interaktion/ Verteilung/ Provokation mit einer oder verschiedenen Öffentlichkeiten oder innerhalb von Netzwerken.
Ein wesentlicher Teil davon ist unsere nicht-kommerzielle Landwirtschaft. Die daraus erzeugten Produkte werden weder verkauft noch getauscht. Hierfür gibt es unserer Ansicht nach vielerlei gute Gründe. Etwas ausführlicher findest Du Texte dazu unter: www.ich-tausch-nicht-mehr.net. In dieser Broschüre wurden, gemeinsam mit anderen Projekten, unsere Erfahrungen mit nicht-kommerziellen Alltagspraxen zusammengetragen und reflektiert.
In unserem Zusammenleben wollen wir weiterhin einen geschlechterreflektierenden und patriarchats-kritischen Raum schaffen, was auch beinhaltet, das System der Zweigeschlechtlichkeit nicht so ernst zu nehmen. Außerdem besteht unsere Gruppe derzeit nur aus weißen Menschen. Wir versuchen dennoch einen diskriminierungsarmen Raum für people of color zu ermöglichen.
Gemeinsam geprägt und betroffen sind wir alle von einer westlichen, kapitalistischen Kultur, die uns im Geiste der Härte, Trennung und Konkurrenz erzogen hat und die es uns nicht einfach macht, „mal eben so“ in Gemeinschaft leben zu können. Wir spüren und machen die Erfahrung, dass es notwendig ist, uns in unserer Unvollkommenheit, Widersprüchlichkeit und Verletzlichkeit zu zeigen und zu akzeptieren. In diesem Prozess versuchen wir möglichst gewaltfrei zu kommunizieren und Konflikte konstruktiv zu bearbeiten.
Last but not least: Einmal am Tag essen wir gemeinsam Mittach, bestaunen öfters die Vögel, die über unseren Köpfen kreisen und machen manchmal spontane Karaoke-Sessions oder anderweitigen Quatsch.
Falls Dich ein solches Setting anspricht und Du z.B. von unseren Kennen-Lern-Wochenenden erfahren möchtest oder weitergehende Fragen hast, melde Dich gerne.
Kontakt: karlahof(at)gegenseitig.de

mit herzlichen Grüßen, die Gruppe vom Karla*hof

WE WANT TO GROW *** WE WANT TO GROW *** WE WANT TO GROW
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Dear people interested in the Karla*Hof, hey people looking for community,

Just as it has always bin, the Karla*Hof is located deep in the Ukermark, surrounded by fields, forest, and meadows, bumpy gravel paths, and fragrant ethanol and pig farms. The non-commercial agriculture project is still happening here as well. Despite all this, things have somewhat changed over the last three years.
In April of 2013 we came up with the idea to use the farm as an initiative farm after the Lokomotive-Karlshof group disbanded. This meant for us: different initiatives are individually responsible for a part of crop cultivation; all participate in the general responsibility for the management of the farm and its infrastructure. At the moment we have a grain initiative, vegetable garden initiative, potato initiative, and a new herb ini. What we need to be really happy is a construction initiative or a woodshop ini, a metal workshop ini, a beekeeping ini, horse ini, theater ini . . . we also have a lot of room for new ideas.
This past March, we made the decision to stay at the farm indefinitely and to take on the responsibility of maintaining it and to continue our initiative farm structure. Now we are at the point where we can let the world know that we want to grow. We are looking for people who are interested in living on the farm, becoming part of our plenum, and starting or supporting an initiative.
What can you expect from us? We are united by the belief that the farm is a place for non-commercial projects. To produce non- commerciality means for us that we produce according to our needs and wants, in contrast to capitalism and profits. We are something between subsistence and interaction/distribution provocation in networks and public spaces.
An important part of this is our non-commercial agriculture. Our products are not traded or sold. In our opinion there are pretty good reasons to do it this way. You can read further texts here. The brochure is composed of texts from a variety of different projects that are involved in aspects of non-commercial living. We took the time to gather and reflect upon our daily experiences with living non-commercially and produced a few texts. Unfortunately it is not yet translated into english.
It is important for us that the space we create together is aware of gender and critical of patriarchy. This means that we don’t take the idea of a two-gender system very seriously. Additionally, it is important to know that at the moment we are all white and all but one have German papers. We are also trying our best to make our space less discriminatory for People of Color.
We are all affected by western Capitalism and raised with competition, isolation, and other things that make it difficult to be able to “just live” in community. We have felt and are learning that it is necessary to show and accept our imperfections, hypocrisy, and vulnerability. We try to communicate non-violently and to constructively solve conflicts.
Last but not least: we eat lunch together every day, watch the birds circling above our heads, have spontaneous karaoke sessions, or do some other silly thing together.
If you feel inspired and you would like to hear more about our “get to know us” weekends, or if you have any other questions please write to us!
karlahof(at)gegenseitig.de

Take care, the Karla*hof group


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