Neuigkeiten von der Geflüchteten-Wohnung in Wukania (12.07.2017)

Im letzten Rundbrief vor über einem halben Jahr hatten wir euch von unseren Schwierigkeiten berichtet, Menschen zu finden, die die Wohnung tatsächlich nutzen wollen. Das änderte sich schon kurz danach: Seit Januar ist die Wohnung durchgehend bewohnt. Die erste Bewohnerin ist bis Ende Mai geblieben und dann in eine andere Wohnung in Biesenthal umgezogen, seit Anfang Juni sind vier neue Menschen in der Wohnung. Einige von ihnen hatten wir schon vorher in Gästezimmern bei uns untergebracht. Das Zusammenleben auf dem Hof macht uns bisher großen Spaß. Vor einigen Wochen haben wir zusammen das Zuckerfest (Fastenbrechen nach dem Ramadan) gefeiert und bei Aktivitäten auf dem Hof bringen sich unsere neuen Mitbewohner_innen gerne ein – sei es beim Verschenkemarkt, auf den diversen Baustellen auf dem Hof, beim Gärtnern oder beim Mittagessen-Kochen. Die Wohnung ist eine große Hilfe für ihre Bewohner_innen – und ihre Bewohner_innen sind eine große Bereicherung für unser Zusammenleben und -arbeiten auf dem Hof.

Parallel zu diesen erfreulichen Entwicklungen drohten im letzten halben Jahr vielen Neu-Barnimer_innen Abschiebungen.
Demo in Eberswalde am 8.Juni 2017 Mindestens 19 Menschen wurden in diesem Jahr schon aus dem Landkreis abgeschoben. Zu dem Thema haben wir uns gemeinsam mit vielen Geflüchteten an Demos beteiligt – zuletzt am 8. Juni in Eberswalde – , eine Petition eingereicht und auf diversen Sitzungen unsere Meinung kundgetan. Der Landkreis hat sich aufgrund des Drucks mit dem Thema Abschiebungen beschäftigt, weist aber überwiegend die Verantwortung von sich. Die vorhandenen Ermessensspielräume der Ausländerbehörde werden bisher nicht zugunsten der Geflüchteten genutzt.

Solange es keine politische Lösung gibt, beteiligen wir uns an einem Unterstützungsnetz, in dem wir u.a. in Zusammenarbeit mit mehreren Kirchengemeinden Menschen durch ein bis zu 6 Monate dauerndes Kirchenasyl vor Dublin-Abschiebungen bewahren helfen oder sie in anderen Lebenslagen mit Abschiebe-Bedrohung unterstützen. Zur Unterstützungs-Arbeit gehört es, zusammen zu Behörden und Ärzt_innen zu gehen, sich mit Anwält_innen zu beraten, Fahrräder oder eine Waschmaschine zu organisieren und vieles mehr. Das ist oft ganz schön herausfordernd und viel, bisher kriegen wir das aber ganz gut hin. Was uns im Moment vor allem fehlt, ist Geld – für Arztbesuche, Anwaltskosten und für den Lebensunterhalt von Menschen, die aufgrund ihrer aktuellen Situation für eine Zeitlang keine oder nicht genügend eigene Einkünfte haben.

Wir rechnen mit insgesamt etwa 1500 Euro, die wir monatlich für diese Art Ausgaben brauchen und in der nächsten Zeit brauchen werden. Dafür bitten wir euch mal wieder um eure Spenden. Am meisten helfen uns Daueraufträge, aber auch kleine oder große Einzelspenden sind gern gesehen.
Bitte überweist auf folgendes Konto, wenn ihr keine Spendenquittung braucht:

IBAN: DE78 1705 2000 1110 0262 22 , Sparkasse Barnim
Konto-Inhaber: Barnim für alle;
Verwendungszweck: Unterstützung

Falls ihr nur mit Spendenquittung spenden wollt, meldet euch bitte bei uns.

Zu folgenden Gelegenheiten könnt ihr mit uns zusammen aktiv werden:

-Biesenthaler Begegnungscafe mit Geflüchteten und Hiergebliebenen – immer am zweiten Montag im Monat jeweils um 16 Uhr. Die nächsten Termine sind 14.8., 11.9. und 9.10., in der Schulstraße 14 im Gemeindehaus der evang. Kirche. Kommt gerne dazu!

-Wir suchen noch Menschen, die bereit sind, Deutsch-Unterricht zu geben oder sich zum Sprechen Üben zu verabreden. Bitte meldet euch!

Petition

Kontakt:
refugees-welcome ätt so36.net

Vorgeschichte:
Der ursprüngliche Spendenaufruf für den Ausbau der Wohnung
Neuigkeiten Brief März 2016
Neuigkeiten Brief Mai 2016
Neuigkeiten Brief November 2016


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