Bericht vom Filmabend zu Abschiebungen

am 12.3.2018 in Börnicke (bei Bernau) im Geschichtenreich

Wir dokumentieren hier einen Bericht einer Börnickerin:

Für alle, die verhindert waren, möchte ich über die gestrige Filmvorführung berichten. Das Thema gehörte hier auch mal auf die Tagesordnung und das Engagement der Initiative „Barnim für alle“ hat mich sehr beeindruckt. Mir hat der Abend auch den Rücken gestärkt, da ich mich selbst in letzter Zeit mehrfach ertappt habe bei Sprachlosigkeit in einschlägigen Situationen rund um das Flüchtlingsthema.

Außerhalb der Gastgeber und Veranstalter sind 8 Personen gekommen, so dass wir insgesamt 15 Leute waren, die dann nach dem Film fast alle noch bis 23 Uhr im Café diskutiert haben. Der Film zeigte im Detail, wie zwei albanische Familien mit Kindern im Jugendalter abgeschoben wurden und wie ihr Leben nach der Rückkehr aussah.

Quintessenz der Diskussion und des Films war für mich letztendlich, was Ängste und politischer Druck in Deutschland gerade anrichten. Dass wir Menschen, die ein besseres Leben suchen und/oder konkret vor einer Gefährdung im Heimatland fliehen, mit einer guten Portion Willkür, aber auch unter Anwendung geltenden Rechts deportieren wie Verbrecher hat die Zuschauer des Films empört. In der Diskussion haben die Vertreter der Initiative „Barnim für alle“ auch anhand der Zahlen deutlich gemacht, dass Deutschland nicht an der Belastungsgrenze der Aufnahme von Flüchtlingen steht und die „Das Boot ist voll“-Rhetorik keine sachliche Grundlage hat.

Es gab natürlich in unserer Diskussion auch Bedenken, ob angesichts der Wahlerfolge der AfD unsere Gesellschaft noch mehr Flüchtlinge bzw. Zuwanderer verkraften kann, ohne dass es zu massiven Konflikten und weiterem Rechtsruck kommt. Diese Bedenken haben auch viele weltoffene Menschen aus Sorge um das soziale Klima im eigenen Wohnort, im Land.

Wie kann man als Einzelner da gesellschaftlich wirken? Immer wieder das Bild gerade rücken!

Eigentlich ist es evident: Die soziale Schieflage hat ihre Ursachen in der deutschen Gesellschaft und nicht in der Ankunft der Flüchtlinge, der Fremdenhass fungiert hier nur als Ventil.

Dies in den Alltagsgesprächen auch deutlich zu machen, kann ein Anfang sein. Haltungen müssen erkennbar sein, damit sie wirken können.

Insofern war es für mich ein inspirierender Abend und ich hoffe, dass wir vielleicht noch mehr Gelegenheiten finden uns zu positionieren.

Wer die Initiative auch mit einer Spende unterstützen möchte, der findet den Aufruf hier.

Viele Grüße

Sylvia


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