Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß

Lesung und Diskussion

Manja Präkels
Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß

Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust. Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball miteinander, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Mimi sieht sich als der letzte Pionier – Timur ohne Trupp. Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der Anführer marodierender Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle. Dann eskaliert die Situation vollends …

Manja Präkels erzählt in ihrem Debütroman vom Verschwinden der DDR in einem brandenburgischen Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter
Gespenster, von Freundschaft und Wut.

Manja Präkels wurde für ihren Debütroman mit dem Anna Seghers-Preis 2018 ausgezeichnet.

„Gegen die Verwirrungen unserer Zeit setzt Manja Präkels die Genauigkeit ihrer Sprache und ihrer Beobachtung.“, begründet Juror Ralph Hammerthaler seine
Entscheidung.

Das Buch wurde zudem mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2018 ausgezeichnet und ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 nominiert.
Aus der Jury-Begründung:

Präkels porträtiert eine Generation, die den Niedergang der DDR abseits der Großstädte weniger als Befreiung denn als widersprüchliches gesellschaftliches
Ereignis erlebt. All dies gelingt ihr mit einer mal sachlichen, mal poetischen Sprache, die den Lesern Mimis Kindheitserinnerungen ebenso anschaulich vor
Augen führt wie die zunehmende Beklemmung und Angst angesichts rechter Gewaltexzesse. Dieser Roman über das Jungsein in einem sich verändernden Land
schließt eine Lücke im literarischen Schreiben über die Wiedervereinigung Deutschlands.

20.10. 16:00 Uhr, Kulturbahnhof Biesenthal


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