8.Mai: Tag der Befreiung in Bernau

Zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus wurde auch im Barnim auf vielfältige Weise erinnert und für die Zukunft gemahnt.

In Bernau wurde im Rahmen des Gedenkens, zu dem das Netzwerk für Weltoffenheit eingeladen hatte, ein 20 Meter langes Plakat in der Fußgängerzone entrollt: „75 Jahre sind nicht genug – Entnazifizierung jetzt!“

Damit und mit entsprechenden Zetteln und Plakaten wurde dem gleichlautenden Aufruf des bundesweiten Netzwerks „Welcome United“ gefolgt, den 8. Mai in diesem Jahr zu einem Tag des Zorns gegen alle menschenverachtenden Einstellungen zu machen.


Deshalb wurde unter anderem auch der Opfer der rassistischen Morde am 19.Februar in Hanau gedacht – auf den Plakaten sind Porträts und Namen der Ermordeten.

Das Bernauer Netzwerk für Weltoffenheit hatte für den ganzen Tag zum dezentralen Gedenken unter Beachtung der Corona-Regeln eingeladen.

Dabei konnten Menschen auf einer großen Folie in der Bürgermeisterstraße Erinnerungen ans Kriegsende und daraus resultierende Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft festhalten. Beeindruckend waren hier die aufgeschriebenen kurzen Erinnerungen von Zeitzeug*innen. Eine Person mit Jahrgang 1934 schrieb: „Meine Erinnerung an die Angst um den Onkel im KZ, den Hunger und die Angst auf der Flucht, den sowjetischen Soldaten, der zu mir sagte: ‚Komm mit mir mit, meine ganze Familie ist tot‘ hat mich tief geprägt. Deshalb: Nie wieder Nationalsozialismus! Nie wieder Krieg!“

Das Denkmal für den unbekannten Deserteur am Mühlentor war einer der Orte zum Erinnern und Blumen ablegen – neben dem sowjetischen Ehrenmal, den Stolpersteinen in der Fußgängerzone und dem Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Bahnhof. Vor letzterem stand mit Sprühkreide auf dem Boden: „8. Mai: Ge(h)Denken!“.

ein Plakat am Mühlentor lud Menschen zum Unterschreiben ein, wenn sie sich den Aussagen anschließen:

Mit einigen Wahrheiten.

In der Nacht zuvor waren in der Bernauer Innenstadt Zitate für Frieden und gegen Rassismus entfernt worden und stattdessen Plakate aufgetaucht, die die Befreiung infragestellen und sich noch mehr Menschenverachtung wünschen, als schon herrscht. Umso wichtiger scheint die Forderung nach „Entnazifizierung jetzt!“ und auch die folgende Warnung:


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