Archiv für Juni 2020

Sichere Fluchtwege statt Kriminalisierung der Geflüchteten

Geflüchteter soll zum Straftäter erklärt werden – Kundgebung vor dem Amtsgericht Strausberg – Mo, 29. Juni 2020, 10 Uhr

Ein Geflüchteter aus dem Sudan muss am 29. Juni beim Amtsgericht Strausberg erscheinen. Vorgeworfen wird ihm „illegal“ nach Deutschland eingereist zu sein. Nach Deutschland ist er geflohen, weil er im Sudan politisch gegen die Diktatur aktiv war. Dabei ist es fast unmöglich,
legal nach Deutschland einzureisen, um hier Asyl zu beantragen. Normalerweise machen sich Asylbewerber*innen daher mit ihrer Einreise nicht strafbar.(1) Er versteht nicht warum er kriminalisiert wird: „Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, dass ich eine Strafe bekomme, weil ich Asyl beantrage. Ich habe mich doch selber bei der Polizei gemeldet, um Asyl zu beantragen.“ (mehr…)

Konzert für Geflüchtete in Quarantäne in Bernau-Waldfrieden: „Wohnungen statt Heime!“

Gegenüber den Fenstern des Quarantäneflurs im Erdgeschoss hat sich eine Band aufgebaut und sorgt mit Ska und Reggae für Stimmung und Abwechslung für die etwa 20 Menschen in Quarantäne, die von den Fenstern aus zusehen. In dem Flur befinden sich auch viele Kinder, die wie die Erwachsenen schon seit 10 Tagen ihren Flur nicht verlassen dürfen. Sie alle wurden negativ getestet – aber sie hatten sich zuvor Flur, Küche und Toiletten mit einer positiv getesteten Person teilen müssen, weil es (wie in den meisten Heimen) keine abgeschlossenen Wohneinheiten gibt.

„Ich danke euch sehr, dass ihr gekommen seid und uns nicht allein lasst“, sagt Mehran vom Fenster des Quarantäneflurs aus. Ein Mikro darf ihm nicht gegeben werden, die Securities erlauben ihm nur, etwas aufzuschreiben, was auf der Bühne vorgelesen werden kann, oder wie jetzt ohne Mikro zu reden. „Wir können uns im Heim nicht vor dem Virus schützen – deshalb brauchen wir Wohnungen“, sagt er. (mehr…)