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400 Menschen gegen Rassismus in Eberswalde – „Wir sind alle Salah!“

400 Menschen haben heute in Eberswalde gegen das ungerechte Asylsystem und den strukturellen Rassismus in Deutschland demonstriert. Der 21.03. ist der internationale Tag gegen Rassismus – trauriger Anlass an diesem Tag war der Tod von Salah Tayyar aus dem Tschad. Nach acht Jahren in Deutschland war er ohne sichere Aufenthaltsperspektive und hat keinen anderen Ausweg mehr gesehen und sich am 11.03. das Leben genommen.
Angehörige und Freund*innen, Aktivist*innen der Gruppe „Barnim für alle“ und anderer Geflüchteten-Gruppen aus Brandenburg und Berlin hielten teils kämpferische, teils nachdenkliche Reden auf dem Bahnhofsvorplatz. Im Anschluss kamen 200 Menschen vor das Haus im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde, in dem Salah gewohnt hatten, um an ihn zu erinnern.

Yahia Mohammed, ein Cousin des Verstorbenen, lebt in Berlin und will die Kundgebung am Bahnhof eröffnen. Aber die Gefühle lassen das nicht zu. (mehr…)

Zum 30. Todestag von Amadeu Antonio

Bild: Amadeu Antonio auf Moped

Am 06.12.2020 jährte sich die Ermordung von Amadeu Antonio durch einen Nazimob in Eberswalde zum 30. Mal. Die Gruppe Barnim für alle hat ein sehr sehenswertes einminütiges Video erstellt zum Thema: „Zum 30. Todestag von Amadeu Antonio wünsche ich mir…“, Dieses Video findet sich hier auf youtube.

Die Kampagne „Light Me Amadeu“ hatte in Kooperation mit der Stadt Eberswalde und dem Landkreis Barnim zum dezentralen Gedenken eingeladen – an der Gedenktafel (in der Eberswalder Str., unweit der Bushaltestelle „Eisenspalterei“) und zu einer corona-bedingt kleineren Gedenkveranstaltung am Todestag. Berichtet wurde z.B. von der tageszeitung und der Märkischen Oderzeitung

Über die Geschichte des Mordes, der Neonazi-Aktivitäten und des Rassismus in Eberswalde von 1990 bis heute gibt diese 15minütige Doku von rbb und zeit-online Aufschluss. Trotz umfangreicher Filmarbeiten mit der Gruppe „Barnim für alle“ wurde der aktuellere Teil leider sehr stark gekürzt und die Probleme des strukturellen Rassismus durch staatliche Organe u.a. weggelassen – trotzdem sehenswert, gerade was die Geschichte angeht.

Neues von CECOSESOLA: »Ein Prozess, den wir laufend neu erfinden«

Cecosesola ist ein Netzwerk von 50 Organisationen, die in verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren in Venezuela tätig sind (unter anderem Lebensmittelproduktion und -verkauf, Gesundheitssystem, Bestattung). Das Netzwerk wurde vor 53 Jahren gegründet und kann als ein kollektiver Prozess kultureller Transformation verstanden werden. Cecosesola betreibt diese Transformation trotz der Krise in Venezuela und der Corona-Pandemie weiter. (mehr…)

Konzert für Geflüchtete in Quarantäne in Bernau-Waldfrieden: „Wohnungen statt Heime!“

Gegenüber den Fenstern des Quarantäneflurs im Erdgeschoss hat sich eine Band aufgebaut und sorgt mit Ska und Reggae für Stimmung und Abwechslung für die etwa 20 Menschen in Quarantäne, die von den Fenstern aus zusehen. In dem Flur befinden sich auch viele Kinder, die wie die Erwachsenen schon seit 10 Tagen ihren Flur nicht verlassen dürfen. Sie alle wurden negativ getestet – aber sie hatten sich zuvor Flur, Küche und Toiletten mit einer positiv getesteten Person teilen müssen, weil es (wie in den meisten Heimen) keine abgeschlossenen Wohneinheiten gibt.

„Ich danke euch sehr, dass ihr gekommen seid und uns nicht allein lasst“, sagt Mehran vom Fenster des Quarantäneflurs aus. Ein Mikro darf ihm nicht gegeben werden, die Securities erlauben ihm nur, etwas aufzuschreiben, was auf der Bühne vorgelesen werden kann, oder wie jetzt ohne Mikro zu reden. „Wir können uns im Heim nicht vor dem Virus schützen – deshalb brauchen wir Wohnungen“, sagt er. (mehr…)

8.Mai: Tag der Befreiung in Biesenthal

Nicht nur in Bernau, auch in Biesenthal wurde der Tag der Befreiung zum Anlass des Erinnerns und Mahnens genommen – mit einer Plakat-Installation am Markt und dem stillen Gedenken an den Steinstelen für die Zwangsarbeiter*innen in Biesenthal.

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